Ein Tag in der rosanen Stadt: Petra

Auf den Spuren der Nabatäarn in der historischen Steinstadt - UNESCO World Heritage Site

Spannende Kulisse - Kommt mit nach Petra!
Spannende Kulisse - Kommt mit nach Petra!

Statt zwei Nächten nur noch eine

Eine kleine Magenverstimmung bei Johanna hat uns leider eine Nacht gekostet. Am nächsten Morgen ging es ihr aber wieder viel besser, sodass wir ganz spontan entschieden haben, doch noch zu fahren. Das Hotel hatten wir natürlich schon am Vortag storniert. Während wir durch die Wüste fahren, kläre ich aber mit dem Hotel, dass wir doch noch kommen – allerdings nur für eine Nacht.
 
Auf der dreistündigen Fahrt im viel zu heißen Auto durch die braun-rote Trockenlandschaft Jordaniens nimmt Johanna zwei neue Wörter in ihren aktiven Wortschatz auf: Kamel und Wüste. Die Hitze verzerrt das Bild über dem Asphalt und die Klimaanlage resigniert irgendwann einfach. Glücklicherweise haben wir spannende Bilderbücher und jede Menge Snacks dabei.
Auf der Dachterasse vom Tetra Tree Hotel - Fangen & Verstecken
Auf der Dachterasse vom Tetra Tree Hotel - Fangen & Verstecken
in die Ferne auf Petra schauend
in die Ferne auf Petra schauend
Johanna hat unten im Tal ein Pferd auf einem Kreisverkehr entdeckt
Johanna hat unten im Tal ein Pferd auf einem Kreisverkehr entdeckt

Überraschung: Nur organic food im Hotel

Wir kommen im Tetra Tree Hotel in Wadi Musa unter – und sind sehr zufrieden mit unserer Wahl. Es ist ein eher kleines Hotel (zumindest im Vergleich zu den Resorts im gleichen Ort), es hat aber einen Pool! Die Aussicht von der Rooftop-Terrasse ist fantastisch. Man blickt uneingeschränkt auf die Felsen von Petra! Und das Beste: Serviert wird ausschließlich organic food, von der Farm des Besitzers, ca. 20 Kilometer vom Hotel entfernt.
Sonnenaufgang über Petra
Sonnenaufgang über Petra
Wadi Musa bei Nacht
Wadi Musa bei Nacht

Ein Minusgeschäft seit Monaten in Wadi Musa

Wadi Musa ist im Grunde der nächstmögliche Ort, um bei Petra zu übernachten. Denn “Petra” selbst ist heute keine Stadt in Jordanien mehr, sondern er steht lediglich für die Sehenswürdigkeit. Wadi Musa an sich ist auf jegliche Belange von Backpackern und Reisenden eingestellt. Hunderte Restaurants, alle mit englischen Speisekarten, viele Touranbieter und Touristenunternehmen, Hotels, die alle mit der besten Aussicht vom Dach locken.
Das Einzige, was fehlt: die Reisenden. Es hat mich wirklich erschrocken, WIE leer der Ort wirklich ist. Die Bewohner leben vom Tourismus und sind seit 1,5 Jahren auf sich alleine gestellt. Tourguides, Barkeeper, Restaurantbetreiber, Hotelbesitzer, Massagesalons, Teestuben, Souvenirshops und vor allem auch die Frauen und Kinder, die auf der Straße Postkarten verkaufen….ein Minusgeschäft seit Monaten.
Eins von vielen leckeren Restaurants
Eins von vielen leckeren Restaurants

jeder Backpacker wünscht sich doch so einen Ort...

Trotzdem heißt uns Wadi Musa mit der jordanischen Freundlichkeit und Gastfreundschaft willkommen. Ein Ort, der sehr viel Charme ausstrahlt. Es ist so ein typischer Ort, auf den jeder Backpacker während seiner Touren hofft: Unkomplizierte Atmosphäre, das lokale Leben kennenlernen, unendliche Möglichkeiten, sich mit anderen Travellers zu vernetzen, Touren gemeinsam zu organisieren, die Akkus auftanken, eine warme Dusche genießen, und das zu erschwinglicheren Preisen als in der teuren Hauptstadt. Hoffentlich kommen die Reisenden bald wieder!
Der Eingangsbereich von Petra
Der Eingangsbereich von Petra
Auf dem Weg zum Treasury ein kleiner Vorgeschmack
Auf dem Weg zum Treasury ein kleiner Vorgeschmack

Langer Weg zum Treasury

Nach einem schönen Tag im Pool und in Wadi Musa, geht es am nächsten Morgen um 7 Uhr zum Eingangstor von Petra. Von dort läuft man ungefähr 30 Minuten, bis man vom Felsen verschluckt wird. Dann ist man vor der Sonne geschützt und läuft entlang des dünnen Spalts zwischen zwei Felswänden – und zwar für ca. 30 weitere Minuten. Den atemberaubenden Anblick, wie der Treasury am Ende des Tunnels immer größer wird, ist unbeschreiblich. Ich bin sogar noch mal ein paar Meter zurückgelaufen, nur um dieses Spektakel noch mal zu erleben.
Durch die sogenannte Siq geht es zum Treasury
Durch die sogenannte Siq geht es zum Treasury
Zwischen den Felsen etwas Schatten
Zwischen den Felsen etwas Schatten

Wir sind doch nicht ganz alleine

Am Treasury hat man dann das erste Mal das Gefühl, dass man hier doch nicht alleine ist. Vor Corona besuchten jeden Tag rund 3000 Menschen diesen heiligen Ort. Heute treffen wir auf eine Familie aus der Schweiz, eine russische Reisegruppe und zwei Backpacker aus Spanien. Vor dem Treasury sammeln sich die Touristen, weil jeder ein Foto machen ergattern will, am besten ohne andere Touristen mit drauf. Es gibt auch die Möglichkeit, in einem Restaurant etwas zu essen oder zu trinken bzw. einen Kamelritt zu erwerben.
Hier bin ich ca. 20 Meter hoch auf einen Aussichtspunkt geklettert
Hier bin ich ca. 20 Meter hoch auf einen Aussichtspunkt geklettert
Langes Warten für ein Foto ohne andere Menschen drauf
Langes Warten für ein Foto ohne andere Menschen drauf

30.000 Menschen lebten einst in Petra

Vom Treasury geht es dann weiter – das nächste Highlight auf der Route: das Theater. Bis dahin schafft man es mit einem robusten Kinderwagen noch. Weiter geht es dann nur noch über Steinstufen und Geröll, wo man entweder einen Esel nehmen kann oder selber laufen muss. Bis zum Stadtende von Petra, das bei der sogenannte Monastry, muss man noch mal 2 Stunden laufen. Ja, die Stadt Petra ist riesig, wenn man sie zu Fuß ablaufen will. Kein Wunder, einst beherbergte sie 30.000 Menschen. Wir entscheiden uns, die Monastry für einen zweiten Besuch aufzusparen. Nicht nur, weil der Kinderwagen stecken bleibt, sondern auch, weil wir den ganzen Weg schließlich noch zurückmüssen. Und ja, so langsam spüren wir die Mittagssonne. Oder anders gesagt: Wir sind komplett nassgeschwitzt.
Die Felsenlandschaft ist riesig, es ist unvorstellbar
Die Felsenlandschaft ist riesig, es ist unvorstellbar

Ein cooles Wohnprojekt

Petra war 1000 vor Christus eine kosmopolitische Oase für Reisende aus den unterschiedlichsten Kulturen mit den verschiedensten Religionen. Ein richtig cooles Wohnprojekt – würde man vermutlich heute vermutlich sagen. Aus dem Nichts haben die Menschen diese Stadt in die hohen Sandsteine gemeißelt, um sich ihren Traum vom Karawanen-Leben zu erfüllen. Der Prunk und die Detailliebe, mit der die Gebäude erbaut wurden, sind auf den ersten Blick deutlich zu erkennen. Errichtet wurde Petra von den sogenannte Nabatäer”. Das waren Handelnde, die von Damaskus und Gaza bis Ägypten ihre Produkte vermarkteten. Das Errichten der Stadt ist für viele Archäologen ein Rätsel. Denn es liegt fernab von jeglicher Wasserquelle. Dennoch brachte die Steinstadt auch viele Vorteile: Von dort konnten die Nabatäer genau überblicken, wer sich auf “ihren” Handelsrouten umher trieb und vor allem waren sie durch die Felsen vor fremden Eindringlingen geschützt. Dadurch, dass alles in Felsen gemeißelt und gebaut wurde, hält die Stadt bis heute allen Erdbeben stand! Und man musste damal keine neuen Baumaterialien heranschaffen.

Ich glaube alle Mauern in Petra wurden von Johanna beklettert
Ich glaube alle Mauern in Petra wurden von Johanna beklettert

Look for free!

Noch ein Wort zu den VerkäuferInnen innerhalb Petras: Ein freundliches “Nein” wird meistens schnell akzeptiert. Wir mussten ca.  acht Mal einen Eselritt zur Monastry ablehnen, die 20 JD kosten sollte. Damit verkürze sich der Weg von 2 Stunden auf 30 Minuten. Die kleinen Verkaufsstände laden zwar immer respektvoll zum “gratis Gucken” ein, aber das Verständnis dafür, dass Touristen einfach weitergehen, ist groß!
An den neusten Ausgrabungen beteiligt...
An den neusten Ausgrabungen beteiligt...
Ein Farbschauspiel
Ein Farbschauspiel
Nochmal der Treasury
Nochmal der Treasury

Petra mit kleinen Kindern?

Grundsätzlich ist Petra für kleine Kinder nicht viel mehr als ein großer Sandkasten - und auch der wird irgendwann einmal langweilig… Wer den Anspruch hat, auch mit kleinen Kindern ganz Petra zu besichtigen, kann vielleicht eine lange Pause in einem der Restaurants einplanen. Oder das Ticket gleich für 2 Tage kaufen (Ein Aufpreis von nur 5 JD) vielleicht schafft man es auch, sein Kind dort einzuschlafen, gerade wenn so wenig los ist. Der Weg zur Monastry ist herausfordernd und man ist der Sonne knallhart ausgeliefert. Es gibt keinen Schatten! Wenn man sein Kind tragen möchte (weil es selbst noch nicht so lange laufen kann), ist eine Schultertrage mit Sonnendeck ziemlich praktisch. (Das haben wir uns für das nächsten Mal schon vermerkt).
 

Pluspunkt: Die Preise in den Lokalen innerhalb Petras sind nicht überteuert
Pluspunkt: Die Preise in den Lokalen innerhalb Petras sind nicht überteuert
Auf dem Rückweg zum Auto
Auf dem Rückweg zum Auto
Zum Abschluss geht es noch einmal für einen Drink auf die Dachterarsse unseres Hotels, und dann müssen wir leider schon auschecken. Die zweite Nacht fehlt ein bisschen, aber wenn die Alternative ist, Petra gar nicht zu sehen, geht es definitiv auch mit nur einer Übernachtung.
Das letzte Foto für heute :)
Das letzte Foto für heute :)

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Kommentare: 1
  • #1

    Andrea (Dienstag, 29 Juni 2021 23:14)

    Das ist ja wirklich ein toller, sehenswerter Ort! Sehr schöne Fotos in schönen warmen Farben die immer wie Abendlicht aussehen - und dein Kleid passt perfekt dazu, Laura, alles wieder top geplant! Da hat sich die Anstrengung bestimmt gelohnt...�